Zulassungsrekord im Q3/2017

So viele waren es noch nie: 33.412 rein elektrisch angetriebene Autos wurden von Juli bis September diesen Jahres in Europa zugelassen - ein plus von 56% im Vergleich zum Vorjahr. Damit steht schon jetzt fest, dass dieses Jahr mehr als 100.000 rein elektrisch angetriebene Neuwagen auf Europas Straßen gebracht werden. Spannend bleibt nur, ob auch die 130.000er Marke noch geknackt wird.

Bei den Plug-In-Hybriden fällt der Anstieg nur geringfügig kleiner aus. Insgesamt wurde fast eine Viertelmillion Neufahrzeuge im dritten Quartal zugelassen, die auf Benzin und Diesel als Kraftstoffe verzichten können.

Sitzenreiter der elektrischen Zulassungen ist unangefochten Norwegen: In dem mit 5 Millionen Einwohnern relativ kleinen Land wurden 8.451 batteriebetriebene Fahrzeuge zugelassen - und das obwohl die staatlichen Förderungen kürzlich zurückgeschraubt wurden. 4,6 E-Autos je 1.000 Einwohner wurden dieses Jahr dort in den Verkehr gebracht.

Deutschland schafft es mit seiner angeblich vollkommen unzureichenden Infrastruktur noch vor Frankreich auf den zweiten Platz: 6.244 elektrische Fahrzeuge kamen hierzulande dazu, das entspricht einem stolzen Zuwachs von 88%. Noch imposanter sieht die Statistik der Hybriden aus: Um 149% auf 8.125 stieg die Anzahl der Zulassung von Fahrzeugen, die einen Teil der Fahrtstrecke mit einem extern aufladbaren Akku und Elektromotor zurücklegen können. Dem stehen aktuell über 10.000 Ladestationen mit knapp 30.000 Anschlüssen gegenüber.

Noch stärker fällt der Zuwachs in den neuen EU-Mitgliedsländern aus: Dort Verdoppelte sich die Zahl binnen eines Jahres, allerdings auf niedrigem Niveau: Von 192 im Q3/2016 ging es auf 584 elektrische Neuzulassungen.

Von einem 31% Minus in Dänemark abgesehen, sind die Zuwächse ausnahmslos überall im zwei- oder dreistelligen Prozentbereich. In Rumänien verzehnfachte sich die Zahl der Neuzulassungen sogar, so der Branchenverband der Automobilindustrie, ACEA.

Die Verbraucher zeigen der Autoindustrie damit ziemlich eindeutig ihre Meinung: Trotz intensiver Lobbyarbeit für Diesel und Benziner nimmt die Energiewende auf der Straße unaufhörlich Fahrt auf.

In Deutschland, mit seiner gegenüber elektro-Vorreitern wie Norwegen und Holland immer noch eher mageren Infrastruktur, steigt die Anzahl der öffentlichen Lademöglichkeiten kontinuierlich an. Während Tesla den Ausbau abgeschlossen zu haben scheint - seit Mitte letzten Jahres kam kein neuer Supercharger-Standort dazu - wird bei den herstellerunabhängigen Ladepunkten stetig aufgerüstet.

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Im Gegensatz zum amerikanischen Elektropionier haben die deutschen Hersteller zwar in den letzten 12 Monaten mehrfach ein eigenes Schnellladenetz angekündigt, aber bisher noch keine Ladestation aufbauen können. Die letzten Meldungen deuten zudem darauf hin, dass Fahrzeuge mit dem weltweit vorherrschenden CHAdeMO Schnellladestandard an diesen Stationen gar nicht laden werden können.